FUSSBALL MML

Regensburg vs. Bremen: Ein Spiel wie das Wetter


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Fußball MML ist zurück bei SPORT1! Das Nachspiel des Pokal-Viertelfinale steht an – und somit sind Maik Nöcker, Micky Beisenherz und Lucas Vogelsang wieder in der Volkswagen Tailgate Tour Live anzutreffen! Neben der Diskussion über das Pokalspiel zwischen Bremen und Regensburg, sieht man die MML-Podcaster in besonderer Konstellation. Gemeinsam mit Hartwig Thöne, Jana Wosnitza, Thomas Helmer und Ewald Lienen diskutieren die drei im SPORT1 Fantalk über das Champions League Spiel zwischen PSG und Bayern.
Außerdem: Maik Nöcker bekommt Komplimente über sein Outfit, Abschweifen ist wie immer Konzept – und Poetry Slammer Nils fasst das Pokal-Viertelfinale wieder in lyrischer Form zusammen! Da hat sich das Warten auf jeden Fall gelohnt!

Zsolt und Vorurteil - E37 - Saison 20/21


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Leute,
das Ding ist durch, die Meisterschaft entschieden. Und wir sitzen wie begossene Pudel am Katzentisch der Ernüchterung, wo wir verbissen auf den letzten Brotkrumen kauen, die man uns hingeworfen hat. Damals, am Anfang dieser Saison, die so anders sein sollte und dabei doch wieder ist wie alle anderen seit 2013. Der Meister kommt aus München, während die Rechtfertigungen und Ausreden, die Kapitulation und die Erschöpfung in Dortmund zuhause sind. Dort war am Wochenende mal wieder Finale daheim. Nur hatten das die meisten Spieler ganz offensichtlich nicht mitbekommen. So bewarb sich Emre Can mit seinem nahezu körperlosen Auftritt erst für einen Platz in der Conference League, um später dann durchaus zweikampfstark aber ebenso uneinsichtig vor die Mikrofone zu treten. Auch er, das ist sicher, hat die Champions League Hymne als Klingelton. Aber immerhin, das wissen wir seit vergangener Woche, wird zumindest ein Dortmunder im kommenden Jahr wieder bei den Großen mitspielen. Barcelona, Madrid, Hauptsache Raiola. Wäre Haaland Rapper, der dicke Italiener wäre sein überaus behaarter Rücken. Was uns ohne Überleitung aber mit einer gewissen Übelkeit gleich nach Berlin bringt, wo sich Anstand und Moral ebenfalls einen Brückentag genommen haben. Denn dort nun ist Pal Dardai vor Schreck der 150 Euro Rotwein aus der Nase gelaufen, nachdem sein Torwarttrainer Zsolt Petry der regierungsnahen Zeitung Magyar Nemzet ein stramm rechtes Interview gegeben hat, in dem er nicht nur seinen Leipziger Landsmann Peter Gulacsi wegen dessen Einsatz für die Rechte Homosexueller kritisierte, sondern auch gleich noch die kontinentale Flüchtlingspolitik. Zsolt und Vorurteil. Schlimmer wäre es für die Hertha wohl nur gewesen, wenn Salomon Kalou das Interview auch noch für Facebook Live mitgeschnitten hätte. So bleiben aber, mit Blick auf Gulacsi und Petry, zumindest zwei Erkenntnisse hängen. Erstens, es macht sehr wohl einen Unterschied, hinter welchem Orban man steht. Und, zweitens, der gute Petry trägt seinen Nachnamen durchaus zurecht. Frauke jedenfalls gefällt das. In diesen Sinne: Petry Heil.
Und viel Spaß mit der Folge.

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Human Writes Watch - Das Making Of - E36 - Saison 20/21


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Leute,
heute ging es endlich mal wieder um jene Dinge, die uns besonders am Herzen liegen. Das Fernsehen und die alte BRD. Zwei alte Bekannte, die noch immer beste Unterhaltung bieten, sobald sie aufeinandertreffen. Auf Jagdschlössern. Oder in der bunten Kulisse der Sportschau. Weshalb wir uns am Wochenende, so hieß das früher, viereckige Augen geholt haben, weil wir, schlicht und ergriffen, nicht wegschauen konnten. Denn dort im Fernsehen saß plötzlich Jochen Breyer mit Uli an einem breiten Holztisch, um über Dietmar Hopp zu sprechen. Über das Hurensohn-Spiel, die Geste des Jahres in Sinsheim, die Eskalation im Konflikt mit den Ultras. Und Hoeneß schaute ihn an, den jungen Kollegen, in den kleinen Augen schon wieder die Hitze vergangener Duelle, in der Stimme das überhebliche Schnarren des Welterklärers, die ganze Abteilung Attacke in jeder Geste, und sprach dann einen der vielleicht schönsten Sätze über den Journalismus, den je ein Bayern-Manager gesprochen über Journalismus hatte. Seine ganz eigene, fast hintersinnige Definition eines ganzen Berufsstandes.
Ihr macht euch das zu einfach, sagte er also, ihr versucht immer, beide Seiten zu verstehen.
Und sah dabei aus wie ein übermüdeter aber dennoch zu allem entschlossener Pate, der nach dem Interview gleich auf den Hof von Thomas Müller gefahren ist, um sich einen Pferdekopf zu besorgen, den er Breyer bei nächster Gelegenheit unter das Kopfkissen legen wird.
Dann folgte ein harter Schnitt.
Dann nahmen wir die Fernbedienung in die Hand und wechselten den Kanal. Denn in der ARD schauten sie noch einmal noch weiter zurück. Auf 50 Jahre Tor des Monats. Mit allen erdenklichen Schnipseln und Zwischentönen. Mit fragwürdigem Liedgut und einem Nierentisch-Machismo, den man fast schon vergessen hatte. Absolutes Highlight dabei der Besuch bei Jürgen Wegmann, der immer noch die Kobra ist, und im Gym eines befreundeten Physiotherapeuten von seinen Übungen mit Bruce Lee erzählte, wobei er tatsächlich aussah wie die ungesunde Mischung aus William Zabka als Johnny Lawrence und Wotan Wilke Möhring als Method Actor in Lammbock. Schmal wie ein Gelenk und schnell wie ein Schatten.
Vorher aber hatten die Archivare bereits einige Perlen der Peinlichkeit aus der Klamottenkiste geholt, die noch einmal zeigen sollten, wie Männer in bunten Sakkos früher noch Frauen in bunten Trikots begegnet sind. Fast 50 Jahre her. So wurde die damalige Starspielerin Beverly Ranger, auf Jamaika geboren und in London aufgewachsen, damals im Studio nicht nur von Ernst Huberty, sondern auch mit einem 50er-Jahre Gassenhauer empfangen, dessen Text man mindestens einmal gehört haben muss, um ihn zu glauben.
Schön und kaffeebraun.
Sind alle Frau’n
In Kingston Town.
Und weil das allein noch nicht reicht, gibt es hier zum Abschluss noch die Laudatio eines anderen Sportschau-Moderators zum ersten weiblichen Tor des Monats überhaupt, geschossen von Bärbel Wohlleben, 1974.
Im Wortlaut jetzt, für euch also von den Lippen des Fernsehens abgepaust:
Da habe ich gesehen, Sie hamm ja wirklich schon, das klingt so ein bisschen naiv, wenn ich das so sage, aber man ist ja erstaunt als Mann, richtige fußballerische Bewegungen. Das sieht alles sehr nett aus.
In diesem Sinne: Viel Spaß mit der neuen Folge!

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Alle ist nur einmal im Jahr - E35 - Saison 20/21


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The Best never test. Und deshalb, liebe Freunde, haben wir uns als mittelmäßige Mittzvierziger (im Schnitt) natürlich noch vor der Aufnahme die Stäbchen in die Nase geschoben, als wäre der ganze Schnodder dort hinten feinstes, mit Blattgold überzogenes Sashimi vom Event-Japaner. Liebe Grüße an dieser Stelle an Jörg Dahlmann, mit dem wir auch ganz gerne mal eine kuschelige Nacht in Köpenick verbringen würden. Aber das ist eine andere Geschichte. Negativ getestet und gerade deshalb positiv gestimmt, haben wir uns erstmal hinein geworfen in die Fallzahlen eines Wochenendes, in der die Bundesliga mal wieder kein Mittel gefunden hat gegen die bayrische Mutante, diesem Monster, das immer dann erwacht, wenn der erste Schnee geschmolzen ist und die Viertelfinals aus dem Boden sprießen wie junge Krokusse. Die Punkte-Raffkes, so scheint es, werden das Ding auch diesmal nach Hause bringen. Auch, weil sie selbst unterzählig übermächtig sind. Am Ende, machen wir uns nichts vor, hilft da eigentlich nur die Ausgangssperre für Lewandowski. Obwohl er die in der gegenwärtigen Form wohl auch noch brechen würde. So bleibt uns nichts anders übrig, als es wie Jogi und Haaland zu machen und das schon leck geschlagene Boot auf dem schnellsten Wege zu verlassen. Doch während der eine noch Ceferins lustige Europatournee mitnimmt, ist der andere gleich nach dem Abpfiff vom Rhein zum Prado gefahren. Mit dem Dreirad, in unter vier Stunden. Hauptsache weg. Schließlich konnte man am Samstag allein in seinem Blick erkennen, wie sehr ihn die Sterblichkeit seiner Mitspieler persönlich beleidigt. Dagegen allerdings, lieber Erling Braut, hilft auch keine Impfung. Zumal der Norweger derzeit der einzige Dortmunder ist, dem die dafür nötigen Nadelstiche überhaupt gelingen würden. So bleibt dann auch alles beim Alten. Vor allem in Gladbach, wo sie wahrscheinlich bis zum Sommer keinen Nachfolger für Rose gefunden haben werden. Das wiederum wissen wir aus gut unterrichten Quellen. Da könnt ihr auf uns zählen. Und wenn nicht, auch egal. Denn wären wir eine Liege auf Mallorca, würdet ihr uns trotzdem reservieren. Mit jenem Handtuch, das ihr vor Jahren schon geworfen habt. In diesem Sinne: viel Vergnügen!

WE DRIVE DIVERSITY TALK


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#WeDriveDiversity - der Talk von VOLKSWAGEN und FUSSBALL MML
Fußball kann so viel mehr, als 90 Minuten. Fußball ist die einfachste Sprache der Welt. Für jeden Menschen der Fußball liebt, hat sie eine andere Bedeutung und für den Fußball sollten sollten eben diese Menschen auch eine ganz besondere Bedeutung haben.

Davon lebt Fußball. Von der Vielfalt der Menschen.

Im Rahmen der VOLKSWAGEN TAILGATE TOUR hat man uns gebeten, euch diese Vielfalt näherzubringen, besondere Menschen zu portraitieren und mit ihnen über Vielfalt im Fußball zu sprechen.

Maik besuchte dabei den Deutschen Blindenfußball-Meister MTV Stuttgart. In seinen Reihen spielt Alexander Fangmann. Als 8-jähriger spielt er leidenschaftlich Fußball und hat Träume, wie so viele in seinem Alter. Doch dann löst sich seine Bindehaut. Die Ärzte können nichts für ihn tun, er erblindet vollständig. Heute ist er Inklusions-Manager beim Württembergischen Landessportbund und achtfacher Deutscher Meister im Blindenfußball.

Lucas trifft Tuğba Tekkal. In Hannover geboren ist sie eines von 11 Kindern einer Familie mit jesidisch-kurdischen Wurzeln. Ihre Eltern kamen in den 70ern nach Deutschland, in kurzen Hosen gegen einen Lederball zu treten, war für Tuğba nicht selbstverständlich. Sie hat sich ihren Platz auf dem Platz erkämpft, kickt schon mal so manchen Jungen aus der Nachbarschaft schwindelig. Vom Bolzplatz kämpft sie sich weiter. Bis in die Bundesliga zum Hamburger SV und dem 1. FC Köln.

Heute kämpft für andere. Sie gründet unter anderem SCORING GIRLS* und zeigt heute Mädchen, wie man durch Fußball stärker und selbstbewußter wird.

Micky trifft terre des homme, das Herzensprojekt der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von VOLKSWAGEN. Seit 1998 spenden sie für Bildungs- und Entwicklungsprojekte auf der ganzen Welt. Die Stellen nach dem Komma auf der Lohnabrechnung mögen für uns nicht viel sein, aber es die Solidarität und die Kraft der Gemeinschaft, die viele Menschen auf der Welt ein besseres Leben bedeuten. Corona-bedingt virtuell trifft Micky Beat Wehrle von terre des homme, Bernd Osterloh vom Konzernbetriebsrat Volkswagen und vor allem Ingrid Mendonca, die Regionalkoordinatorin von terre des homme Indien. Sie koordiniert eines der Projekte, in denen international mit Leidenschaft und Engagement versucht wird, mit Fußball den Menschen zu einem besserem Leben zu verhelfen.

Beeindruckende Projekte, beeindruckende Menschen, die wir dann zusammen mit den Vfl-Stars Zsanett Jakabfi und Josuha Guilavogui nach Wolfsburg zum WE DRIVE DIVERSITY TALK eingeladen haben. Ein Gespräch, so vielfältig wie das Leben. Hier geht es zur ganzen Sendung für Vielfalt und gegen Diskriminierung.

#wedrivefootball #WeDriveDiversity #VWTailgateTour

Kalle gibt kein Flick - E34 - Saison 20/21


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Loide! Und nun dreht sich das Karussell, ist im Himmel gleich wieder Jahrmarkt. Weil Jogi Löw, der sich in den vergangenen drei Jahren stoisch ins Abseits gemerkelt hat, endlich seinen auch schon sehr alten Hut nimmt und auf einem mit Sommersonne betankten Coffee Racer zurück in den Breisgau fährt. Womit er neben viel Erleichterung aber auch eine zumindest mittelgroße Lücke hinterlässt, die nun geschlossen werden muss. Und schon greifen die gewohnten Reflexe, werden die üblichen Verdächtigen in Überlebensgröße auf die Leinwand der Spekulationen geworfen. Gesichter im Konjunktiv. Könnten sie denn? Würden sie womöglich? Viel Hoffen, viel Bangen und natürlich auch Ferndiagnosen, die vom Heimweh nach Erfolg erzählen. Aber der Reihe nach.
Da ist, sowieso immer schon, Jürgen Klopp, der in Liverpool gerade seine Abschiedssaison beim BVB nachtanzt und nicht mehr so genau weiß, ob ihm das eigene Lächeln noch passt. Den wilden Wünschen der Deutschen allerdings hat er sogleich den Zahn gezogen. Klopp, so viel ist klar, wird eher nicht von der Mersey an den Main wechseln. Wer will es ihm verdenken. Liverpool, das sind die Beatles, Gerry and the Pacemakers, Elvis Costello. Frankfurt ist Snap! Da bleibt er lieber in seiner lichtdurchfluteten Küche und wartet am Fenster, bis Steven Gerrard irgendwann aus seinem Ranger steigt. Beim DFB dürften sie mit dieser Ad-hoc-Absage gerechnet haben und ohnehin längst ganz anders planen. Mit einem durchaus alten Bekannten, der bereits bewiesen hat, dass er die Nationalelf entscheidend wiederbeleben kann. Schließlich war es Hansi Flick, der die Standardsituationen vor der WM 2014 aus der Mottenkiste der Geschichte geholt und damit jene Macheten geschliffen hat, mit denen sich die Deutschen durch das Dickicht des Turniers schlagen konnten, vom Campo Bahia bis nach Rio de Janeiro. Nun endlich könnte er der Welt zeigen, dass er schon lange besser ist als Jogi. Allerdings wissen auch die Bayern, wen sie da unter Vertrag haben.
Und eher würde Kalle seine Uhren verzollen, als jetzt seinen Trainer freizugeben. Weshalb der Hansi dort in München so fest im Sattel sitzt, dass ihm selbst der galoppierende Schwachsinn der anderen nichts anhaben kann. Und wer sechs Titel hat, braucht am Ende auch keinen fünften Stern.
Bleiben noch Ralf Rangnick und, kein Scherz, Lothar Matthäus. Die großen Außenseiter, jeder für sich schon ein Statement. Denn Rangnick wäre die bitter nötige Zumutung, ein Erneuerer mit Flipchart.
Wie Klinsmann, nur mit Fußballsachverstand. Und Matthäus, immerhin vom Kaiser unterstützt, wäre die große Pointen eines sehr langen Treppenwitzes. Rangnick allerdings wird wohl eher seinem heimlichen Heimweh und damit den Königsblauen in die Zweite Liga folgen, also lieber mit Schalke in den Keller gehen als mit Keller nach Katar. Und Lothar Matthäus, der noch nicht Kult ist, aber irgendwie immer noch BILD, kann beim DFB allenfalls das Maskottchen für die EM 2024 werden, weil der neue Job nun mal auch zu den Schuhen passen muss. So wird es am Ende wohl doch Stefan Kuntz. Die Säge. Aber vielleicht ist das ja genau das richtige Werkzeug, um beim DFB etwas Neues aufzubauen.

Sophie Passlack - E33 - Saison 20/21


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Loide! Ein Jahr Geisterspiele, so weit sind wir also gekommen. Und obwohl der Grusel nach und nach Routine zu werden scheint, die Gespenster als Maskottchen auf der Tribüne sitzen, Schreihälse und Ölzeugwarte auf den andernfalls verwaisten Sitzschalen, ist es doch immer noch zum Fürchten.
Weil die gähnende Leere ein Abgrund ist, in den wir schauen müssen. An jedem verdammten Samstag, zu jedem vermeintlichen Topspiel, in jeder ellenlangen Minute. Und weil uns auch sechs Tore, das ganze Spektakel, nicht über das Offensichtliche hinwegtäuschen kann.
Wir vermissen das Stadion, aber vermissen vor allem uns selbst.
Wir schauen auf die Plätze und sehen uns nicht. Die Tribüne als blinder Spiegel. Ein Bild, das nicht mehr wimmelt. Ein Bild, das an uns zerrt. Das Stadion nur noch eine Arena, der Sprecher eine einsame Stimme, die kein Echo erzeugt.
Humba, humba, tätehä?
Dann sitzen wir allein vor dem Fernseher, Atmosphäre allenfalls aus der Konserve, der Meister eventuell aus der Dose, und denken zurück. An die Nachmittage mit Freunden, mit Müttern und Vätern. Halbvier, das war nie nur eine Anstoßzeit, ein flüchtiger Blick auf die Uhr. Es war ein Versprechen, eine Verabredung. Ja, wir werden da sein. Gemeinsam, eng an eng, andere auch schon dicht an dicht. Und uns im Chor versichern, immer wieder, dass wir nicht alleine gehen werden. Nie wieder. Darum ging es vor allem.
Das Spiel, das merken wir jetzt, war immer nur Anlass, das Stadion immer nur eine Schüssel. Ohne uns nur Beton. Wir kamen, um es zu schmücken. Trugen die Zuversicht als Girlanden, setzten dem Ganzen die Krone auf.
Und, seien wir ehrlich, wir brauchten das auch. Für uns, als Ventil.
Im Stadion, sagt Fritz Eckenga, da entmenscht man sich. Da ist man nicht nur Zuschauer, da stellt man sich selbst in den Wind. Die Faust geballt, die Überzeugung tausendfach im Rücken. Im Stadion, Südtribüne oder Nordkurve, da weiß man nun mal, wo man steht. Da kann man die Richtung vorgeben, in der letzten Reihe dem Himmel schon nah. Im Stadion, da kann man nochmal gemeinsam außer sich sein. Zusammen dümmer als sonst, größer als die anderen.
Immer schlauer als die da unten. Und immer lauter als die da oben. Sowieso.
Das alles fehlt. Was bleibt, sind die Erinnerungen. Sie müssen die Lücken jetzt füllen.
Ein Jahr Gespenster. Und natürlich hoffen wir alle, dass der Spuk bald vorbei ist.

Kannibale und Liebe - E32 - Saison 20/21


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Liebe Freunde, willkommen zum Duell um die Feld. Die große Fleischbeschau, von der ihr euch gern eine Scheibe abschneiden dürft, weil wir uns wie immer gut gewürzt hinein geworfen haben in diesen herrlichen Sud, den wir Bundesliga nennen. So sitzen wir am gedeckten Tisch, das Lätzchen um den dicken Hals, das Skalpell zwischen gesenktem Daumen und erhobenem Zeigefinger. Drei Männer, die nicht wissen, wie Sparflamme geht und deshalb immer ein Geschmäckle hinterlassen, oben am Gaumen noch die Reste vom Wochenende, klebrig und hüftspeckig. Also die echten Schoten für alle, die sich nach guter Unterhaltung verzehren. Damit grillen wir die Schalker und kochen, gar nicht so einfach, trotzdem unser eigenes Süppchen. Und weil Liebe bekanntlich durch den Magen geht, servieren wir euch am Ende noch die ganz großen Klassiker. Dortmunder Allerlei, 200 Gramm vom wilden Eberl und ein paar bayrische Haxen, natürlich fett- und reklamierarm. Wer da nicht noch Bock auf Dessert bekommt, der hat sich selbst nie geliebt.
Wir wünschen guten Appetit!

Frankfurter Schule - E31 - Saison 20/21


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Liebe Hörer,
Podcast-Aufzeichungen, die Gespräche darin, entwickeln oft eine eigene Dynamik. Dann gibt eins das andere, damn jagt ein Thema das nächste. Im Eifer das Geschwätzes. Manchmal geht etwas verloren darin. So haben wir heute über Frankfurt gesprochen aber nicht über Hanau, über das Traumtor von Amin Younes, nicht aber über das Zeichen danach. Dabei wird es das Bild sein, das hoffentlich bleibt. Das dunkle Trikot, ein Gesicht darauf und ein Name. Die tatsächliche Geste des Jahres. Ein wichtiges Gedenken, ein kurzes Innehalten. Für die Opfer eines heimtückischen, widerwärtigen Verbrechens, das ebenfalls nicht vergessen werden sollte. Deshalb schreiben wir an dieser Stelle nicht über den Inhalt dieser Sendung, nicht über das, was war. Sondern über jene, die fehlen.

Sie heißen:

Gökhan Gültekin
Sedat Gürbüz
Said Nesar Hashemi
Mercedes Kierpacz
Hamza Kurtović
Vili Viorel Păun
Fatih Saraçoğlu
Ferhat Unvar
Kaloyan Velkov

Neun Menschen.

#saytheirnames

Danke.

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Rosedienstag - Der MML Brennpunkt


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Rose ist eine Rose ist eine Rose ist eine Rose ist eine Rose ist eine Rose ist eine Rose ist eine Rose ist eine Rose ist eine Rose ist eine Rose ist eine Rose ist eine Rose ist eine Rose ist eine Rose ist eine Rose ist eine Rose ist eine Rose ist eine Rose. Ihr habt es nicht anders gewollt.
Viel Spaß!